Ethikprofessor warnt : „KI untergräbt die Fähigkeit zum Denken“
KI verbessert die Noten vieler Schüler und Studenten – doch zu welchem Preis? Der Ethikprofessor Ziad Mahayni warnt vor dem schleichenden Verlust des eigenständigen Denkens und plädiert für ein neues Verständnis von Bildung.
Die Frage ist berechtigt. Es gab kürzlich an einer amerikanischen Universität einen Studenten, der sich einen KI-Agenten gebaut hat, mit dem Ziel, möglichst aufwandsarm sehr gute Noten zu bekommen, egal in welchem Fach. Er hat das Tool allen anderen Studenten zur Verfügung gestellt. Innerhalb von Sekunden gab es tausend Registrierungen. Jetzt droht ihm ein Ausschlussverfahren. Die eigentliche Frage ist aber: Wie kann es sein, dass sich ein komplettes Studium mit einem Bot absolvieren lässt? Irgendetwas an der Art und Weise, wie studiert wird, scheint nicht zu stimmen. Das Studium hat sich über lange Zeit immer stärker daraufhin ausgerichtet, Menschen für einen Arbeitsmarkt zuzurichten, mit starker Fokussierung auf Fachwissen und Verstandeskompetenzen. Das sind jedoch genau die Tätigkeiten, die von einer KI leicht übernommen werden können. Mir scheint, dass KI den Sinn von Bildung grundsätzlich infrage stellt: wozu sie da ist, was sie leisten soll und wie sie vermittelt werden soll.
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