Milliardenbewertung für US-Start-up Warhound züchtet gentechnisch optimierte Hunde fürs US-Militär
Wenn Firmengründer wie Palmer Luckey (Gründer des Rüstungsunternehmens Anduril und des Virtual-Reality-Unternehmens Oculus) und sein Kollege Ben Lamm (Mitgründer des Gentechnik-Unternehmens Colossal Biosciences) gemütlich beisammensitzen und über neue Geschäftsideen sinnieren, dann kann man ahnen, was dabei herauskommt: Was wäre, wenn ein Start-up gentechnisch veränderte Kampfhunde züchten würde, die obendrein mit modernster VR- und Rüstungstechnologie für ihren Einsatz ausgestattet werden? Genau, das wäre dann für die Züchter wahrscheinlich äußerst lukrativ.
So etwa kann man sich die Geburtsstunde von Warhound vorstellen. Das von Lamm und Luckey ins Leben gerufene Start-up hat jetzt seine Geschäftsidee offiziell vorgestellt und vom Fleck weg eine Anschubfinanzierung in Höhe von 200 Millionen Dollar bekommen, unter anderem von Investoren wie Sequoia, 8VC und Corner Ventures. Das Unternehmen, das die Schlüsselbranchen Rüstung, Technologie und Biotechnologie in sich vereint und zur Steigerung des Investoreninteresses eine Zeit lang im geheimen „Stealth-Modus“ geführt wurde, ist damit bereits jetzt rund 1,2 Milliarden Dollar wert.
Kampfhunde in Sensorenwesten auf Sprengstoffsuche
Noch steht die Idee, Kampfhunde für das US-Militär, Strafverfolgungsbehörden und andere Einsatzkräfte genetisch zu verändern und möglicherweise zu klonen, auf dem Papier. Doch Frankensteins Traum könnte schon bald Realität werden: Lamm und Luckey betonten, dass das US-Militär bereits jetzt auf den Import von Hunden aus Europa angewiesen sei, um den Bedarf an leistungsstarken Diensthunden (zum Beispiel Deutsche Schäferhunde, Labradore oder Belgische Malinois) zu decken. Die Idee ist daher, Hunde für den Eigenbedarf zu züchten, zu klonen und mittels Gen-Technologie typische gesundheitliche Schwachstellen der Hunde (etwa Hüftdysplasie oder schwaches Sehvermögen) auszuschalten.
Die genetisch optimierten Diensthunde sollen „Eigenschaften haben, die auf anspruchsvolle Einsätze zugeschnitten sind“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Zu den Aufgaben soll das Aufspüren von Sprengstoff, Such- und Rettungseinsätze sowie der Einsatz in militärischen Spezialoperationen gehören. Und bei diesen Einsätzen kommt dann, wenig überraschend, die von Anduril und Oculus hergestellte Hunde-Sonderausrüstung zum Einsatz: kugelsichere Westen, Datensensoren, Sehhilfen.
„Wenn wir den Hund sicherer machen, gesünder und leistungsfähiger, wird er im Einsatz besser arbeiten“, sagte Lamm gegenüber dem US-Nachrichtenportal „TechCrunch“ . Davon würden das Militär und Sicherheitskräfte allgemein stark profitieren – und Warhound wahrscheinlich auch.