Stühlerücken in den Autokonzernen : Der bisherige Skoda-Chef wechselt zu Volvo Cars
Der Volkswagen-Konzern verliert den erfolgreichsten Sparten-Chef an Volvo Cars. Und damit an den chinesischen Geely-Konzern.
Paukenschlag bei Volvo Cars, der schwedischen Tochtergesellschaft des chinesischen Geely-Konzerns: Dort übernimmt der bisherige Vorstandsvorsitzende von Skoda, Klaus Zellmer, bis spätestens Oktober 2027 die Chefposition. Das gab Volvo Cars am Sonntag bekannt.
Der im Jahr 1967 geborene Zellmer begann seine Karriere 1997 als Vorstandsassistent bei Porsche und war bei Porsche zuletzt von 2015 bis 2020 verantwortlich für das Nordamerika-Geschäft. Im Jahr 2020 wurde er dann zum Vertriebsvorstand von Volkswagen berufen, zwei Jahre später erhielt er dann die Chefposition von Skoda, der derzeit erfolgreichsten Tochtergesellschaft des Volkswagen-Konzerns.
Bei Volvo Cars – nicht zu verwechseln mit dem unabhängigen Nutzfahrzeughersteller Volvo Trucks und dem übergeordneten, börsennotierten Nutzfahrzeugkonzern Volvo AB – gab es zuletzt Turbulenzen an der Unternehmensspitze. Und zudem auch zahlreiche Krisenzeichen. Der langjährige Chef von Volvo Cars, Hakan Samuelsson, hatte nach zehn Jahren an der Volvo-Spitze im Jahr 2022 sein Amt abgegeben an Jim Rowan.
Der kam wiederum nicht aus der Autobranche. Er war zuvor Chef des Elektroartikelanbieters Dyson, der selbst vergeblich versucht hatte, mit der Entwicklung eines eigenen Elektromodells auf dem Automarkt Fuß zu fassen.
Rowan sollte für Volvo Cars die Elektrifizierung vorantreiben. Schnell stieß er auf Hindernisse, die nicht alleine unter seiner Verantwortung standen, etwa Verzögerungen der Produktion des großen Elektro-SUV EX 90. Das als Autokonzept gelobte Kompakt-SUV Volvo EX 30 wurde vielfach kritisiert für seine komplizierte Bedienung, die dem Image von Volvo zuwiderlief.
Nach nur drei Jahren wurde Rowan im Jahr 2025 an der Volvo-Spitze abgelöst und sein heute 75 Jahre alter Vorgänger Hakan Samuelsson musste nach der Amtszeit von 2012 bis 2022 noch einmal die Chefposition übernehmen. Dabei war eigentlich klar, dass Samuelsson nur übergangsweise amtieren würde. Zugleich wird er selbst in diesem Herbst ein umfangreiches Programm für die Erneuerung und Ergänzung der Volvo-Modellpalette vorstellen.