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Business-Ticker: Handelsexperte: Galeria könnte mit wenigen Häusern weitermachen

Times News, Politik- und Marktübertrag (2026-10-03): Business-Ticker : Handelsexperte: Galeria könnte mit wenigen Häusern weitermachen Eine Frau geht am Logo an der Galeria Filiale entlang.dpa Starbucks wegen… Primärquelle: Original bei FAZ Wirtschaft (faz.net).

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Business-Ticker: Handelsexperte: Galeria könnte mit wenigen Häusern weitermachen

Business-Ticker : Handelsexperte: Galeria könnte mit wenigen Häusern weitermachen

Eine Frau geht am Logo an der Galeria Filiale entlang.dpa

Starbucks wegen neuer Filialen in Xinjiang unter Druck +++ Reiche versichert ausreichende Diesel-Reserve +++ Altkanzler Schröder wird Aufsichtsrat bei russischer Globus +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog

Experte: Einige Galeria-Warenhäuser könnten weitermachen

Wie geht es weiter mit der Warenhauskette Galeria nach der jüngsten Insolvenz? „Ein vollständiges Aus ist möglich, aber keineswegs zwangsläufig“, sagte der Handelsexperte Carsten Kortum von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er halte eine Fortführung mit deutlich weniger Standorten gerade für die Mitarbeiter für eine mögliche Lösung, „nicht jedoch eine dauerhafte Rettung des gesamten bisherigen Filialnetzes“.

Aktuell hat Galeria 83 Filialen. Das Düsseldorfer Unternehmen hat rund 12.000 Beschäftigte. Am Freitag hatte es erneut Insolvenz angemeldet - zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren. 

Voraussetzung für eine Fortführung sind laut Kortum „wirtschaftlich tragfähige Häuser, ein klares Sortimentsprofil und ausreichend Eigenkapital für Modernisierung und Umbauten“. Nötig sei dafür „endlich“ ein Eigentümer, der nicht nur kurzfristige finanzielle Interessen habe, sondern langfristig an das Geschäftsmodell Kaufhaus glaube.

Starbucks wegen neuer Filialen in Xinjiang unter Druck

Die US-Kaffeekette Starbucks gerät wegen ihrer ersten Filialen in der chinesischen Region Xinjiang politisch unter Druck. Der Vorsitzende des China-Sonderausschusses im US-Repräsentantenhaus, John Moolenaar, forderte das Unternehmen auf, die Geschäfte angesichts der Unterdrückung der Uiguren wieder zu schließen. Der Republikaner bezeichnete die Eröffnung als „schockierend und moralisch bankrott“.

„Starbucks sollte unverzüglich den Kurs ändern und seine Filialen in Xinjiang schließen“, teilte Moolenaar in einer Stellungnahme mit. Mit jedem dort verkauften Becher werde eine bekannte amerikanische Marke mit dem brutalen Vorgehen der Kommunistischen Partei gegen die Uiguren verknüpft. Starbucks hatte am Dienstag zwei Cafés in der Regionalhauptstadt Urumqi eröffnet: eines am Großen Basar und ein weiteres am internationalen Flughafen.

„Starbucks sollte unverzüglich den Kurs ändern und seine Filialen in Xinjiang schließen“, teilte Moolenaar in einer Stellungnahme mit. Mit jedem dort verkauften Becher werde eine bekannte amerikanische Marke mit dem brutalen Vorgehen der Kommunistischen Partei gegen die Uiguren verknüpft. Starbucks hatte am Dienstag zwei Cafés in der Regionalhauptstadt Urumqi eröffnet: eines am Großen Basar und ein weiteres am internationalen Flughafen.

Bayer investiert 2,2 Milliarden Dollar in neues Werk in den USA

Der Pharmakonzern Bayer will 2,2 Milliarden Dollar in ein neues ​Werk in den USA investieren und so rund 600 Arbeitsplätze schaffen. Die Anlage solle ⁠in New Albany im US-Bundesstaat Ohio entstehen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Sebastian Guth, bei Bayer für das operative Geschäft der Pharmasparte zuständig, sagte, es sei eine ganz ‌bewusste Entscheidung, die Präsenz in den USA zu stärken, „und das neben eine historisch starke Präsenz in Europa und eine starke Präsenz in Asien zu stellen“.

In dem Werk ‌soll eine Reihe von ‌Medikamenten hergestellt werden, darunter Kerendia zur Behandlung chronischer Nierenerkrankungen, Nubeqa gegen Prostatakrebs und das noch in der Entwicklung befindliche Mittel Asundexian zur Vorbeugung von Schlaganfällen.

Guth verwies in einem Interview mit der Agentur Reuters auf das ​kräftige Wachstum von Bayer in den ⁠USA. 2018 habe das Unternehmen noch rund 20 Prozent des weltweiten Pharmaumsatzes in den USA erwirtschaftet, inzwischen seien es ​35 Prozent. „Wir sehen, dass sich das Momentum auch jetzt weiter fortsetzt und haben die Devise ausgegeben, bis Ende ⁠des Jahrzehnts ‌unser Geschäft in den Vereinigten Staaten noch einmal zu verdoppeln.“ Dahinter stehe eine Bereitschaft in den USA, für Innovationen zu bezahlen.

Guth verwies in einem Interview mit der Agentur Reuters auf das ​kräftige Wachstum von Bayer in den ⁠USA. 2018 habe das Unternehmen noch rund 20 Prozent des weltweiten Pharmaumsatzes in den USA erwirtschaftet, inzwischen seien es ​35 Prozent. „Wir sehen, dass sich das Momentum auch jetzt weiter fortsetzt und haben die Devise ausgegeben, bis Ende ⁠des Jahrzehnts ‌unser Geschäft in den Vereinigten Staaten noch einmal zu verdoppeln.“ Dahinter stehe eine Bereitschaft in den USA, für Innovationen zu bezahlen.

Reiche: Auch nach Diesel-Freigabe ausreichend Reserve

De Diesel-Versorgung steht nach den Worten von ​Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) auch nach der Freigabe eines Teils der Not-Reserven ⁠nicht in Frage. Es würden jetzt 100 Millionen Barrel über vier Monate koordiniert über die Internationale Energie-Agentur mobilisiert, teilte Reiche am Freitagabend ‌mit. „Dabei bleibt jederzeit ausreichend Reserve zur Sicherung der Versorgung im System.“ Das werde fortlaufend überwacht. 

Zugleich würden die G7-Staaten ihre Energieflüsse untereinander offen ‌halten, die Kapazitäten der ‌Raffinerien koordinieren und die Auslastung erhöhen, wo das möglich sei. „Damit bringen wir zusätzliches Angebot in den Markt, begrenzen weiteren Preisdruck und schaffen Verlässlichkeit – für ​Unternehmen und Verbraucher ebenso wie ⁠für unsere transatlantische Partnerschaft“, so Reiche.

Zugleich würden die G7-Staaten ihre Energieflüsse untereinander offen ‌halten, die Kapazitäten der ‌Raffinerien koordinieren und die Auslastung erhöhen, wo das möglich sei. „Damit bringen wir zusätzliches Angebot in den Markt, begrenzen weiteren Preisdruck und schaffen Verlässlichkeit – für ​Unternehmen und Verbraucher ebenso wie ⁠für unsere transatlantische Partnerschaft“, so Reiche.

Die G7-Staaten hatten sich zuvor auf die Freigabe von 100 Millionen ​Barrel Rohöl und Diesel aus ihren strategischen Reserven geeinigt. Damit reagiert das ⁠Bündnis auf den ‌Druck der USA, das Angebot zu erhöhen. Die Hoffnung ist, dass die Kraftstoffpreise sinken, die unter anderem wegen des von den USA und Israel ⁠begonnen Irankriegs ⁠stark gestiegen sind. 

US-Präsident Donald Trump steht unter Druck, die Kraftstoffkosten noch vor ⁠den ​amerikanischen Zwischenwahlen im ⁠November zu senken. Die hohen Preise ​sind für Trump und seine Republikaner zu einem ‌politischen Problem geworden - vor allem in den Agrarstaaten, in denen der ​Kraftstoff für die Landwirtschaft, den Lkw-Verkehr ​und das verarbeitende Gewerbe von großer Bedeutung ist.

US-Präsident Donald Trump steht unter Druck, die Kraftstoffkosten noch vor ⁠den ​amerikanischen Zwischenwahlen im ⁠November zu senken. Die hohen Preise ​sind für Trump und seine Republikaner zu einem ‌politischen Problem geworden - vor allem in den Agrarstaaten, in denen der ​Kraftstoff für die Landwirtschaft, den Lkw-Verkehr ​und das verarbeitende Gewerbe von großer Bedeutung ist.

Neuer US-Mediengigant heißt Skydance

Nach der milliardenschweren Übernahme von Warner Bros durch Paramount Skydance ​wird der fusionierte Medienkonzern künftig unter dem Namen Skydance firmieren. Dies ⁠gab Konzernchef David Ellison am Freitag bekannt. So sollten die eigenständigen Identitäten der traditionsreichen Filmstudios Paramount und Warner Bros bewahrt werden. „Wir wollten einen Namen, ‌der dem fusionierten Unternehmen eine eigene Identität gibt“, erläuterte Ellison. Paramount und Warner Bros könnten so jeweils im Rampenlicht bleiben. Die rechtliche Umbenennung ‌in Skydance ist für Dienstag ‌geplant. Am selben Tag sollen die Aktien von der Technologiebörse Nasdaq an die New York Stock Exchange wechseln und dort unter dem neuen Kürzel „SKYD“ gehandelt ​werden.

Ein US-Richter hatte am Mittwoch ⁠den Weg für den Zusammenschluss endgültig freigemacht und damit eine monatelange Hängepartie beendet. Zuvor hatte sich ​das Unternehmen mit zwölf US-Bundesstaaten geeinigt, die gegen die Fusion geklagt hatten. Sie hatten ⁠befürchtet, dass der ‌neue Mediengigant die Preise für Filme und Fernsehserien in die Höhe treiben könnte.

Ellison hatte erst Anfang der Woche Ynon Kreiz, bisher Chef des Spielwarenkonzerns ⁠Mattel, zu ⁠seinem Co-CEO ernannt. Während Kreiz das Tagesgeschäft und die Integration leiten soll, will sich ⁠Ellison ​auf die ⁠kreative Ausrichtung und die Gesamtstrategie konzentrieren. ​Das Führungsduo steht vor der Herausforderung, Einsparungen von ‌sechs Milliarden Dollar umzusetzen und einen gemeinsamen Schuldenberg von rund 80 Milliarden Dollar ​zu verwalten.

Schwacher US-Arbeitsmarkt: Nur 29.000 neue Stellen im September

Der amerikanische Arbeitsmarkt hat im September mit ​einem schwachen Stellenaufbau überrascht. Unter dem Strich entstanden ⁠nur 29.000 Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Job-Bericht der Regierung hervorgeht. Von der Nachrichtenagentur Reuters zuvor ‌befragte Fachleute hatten mit 90.000 Stellen gerechnet. Im August waren zudem nach revidierten Daten nur 133.000 Arbeitsplätze entstanden. ‌Ursprünglich war ein ‌Plus von 162.000 Jobs gemeldet worden. Die Arbeitslosenquote stieg zudem im September auf 4,2 Prozent. Hier hatten Fachleute mit ​einem Verharren auf dem Vormonatswert ⁠gerechnet.

Die US-Notenbank Federal Reserve soll für Vollbeschäftigung und stabile Preise sorgen und ​achtet somit genau auf die Arbeitsmarktdaten. Sie hat den Leitzins ⁠zuletzt auf die ‌neue Spanne von 3,75 bis 4 Prozent angehoben. Sie stemmte sich damit gegen den Inflationsschub - eine Folge des ⁠Iran-Krieges und ⁠der damit stark gestiegenen Ölpreise. Die Notenbank bescheinigte dem Arbeitsmarkt zugleich ⁠Mitte ​September, ⁠dass der Beschäftigungszuwachs mit dem Wachstum ​der Erwerbsbevölkerung Schritt gehalten habe. Der ‌Chef der New Yorker Fed, John Williams, hat jüngst erklärt, ​er sehe derzeit keine ​Eile für eine weitere Verschärfung der Geldpolitik.

Altkanzler Schröder wird Aufsichtsrat bei russischer Globus

Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist in Russland zum Mitglied des Aufsichtsrats des russischen Ablegers der Globus-Gruppe geworden. Das bestätigte die russische Hyperglobus GmbH der Deutschen Presse-Agentur. Schröder sei von den Anteilseignern schon am 30. September in den Aufsichtsrat aufgenommen worden. Der Altkanzler werde an der allgemeinen Unternehmensführung teilnehmen und die strategische Entwicklung der Firma in Russland leiten, hieß es.

Eine Bestätigung des 82-Jährigen, der mit Kremlchef Wladimir Putin befreundet ist, lag zunächst nicht vor. Zur Frage, ob die Personalie mit den kürzlich vom russischen Präsidenten angeordneten Zwangsverwaltungen ausländischer Firmen wie Metro, Auchan oder Nestlé im Zusammenhang steht, äußerte sich Pressedienst der Hyperglobus nicht. Den Angaben nach wurde der russische Ableger seit Januar 2025 von der deutschen Holding abgetrennt und agiert „juristisch und organisatorisch“ eigenständig in Russland.

Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler. Zum Ende seiner Amtszeit vereinbarte er mit Putin den Bau der Ostseepipeline Nord Stream; nach seinem Ausscheiden aus der Politik übernahm er Funktionen bei Nord Stream und dem russischen Energiekonzern Rosneft. Seine enge Verbindung zu Putin und sein Engagement für russische Energieunternehmen stehen seit Jahren in der Kritik. Auch während des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat sich Schröder wiederholt mit Putin getroffen.

Bauhaus darf acht Standorte der insolventen Hellweg-Gruppe übernehmen

Nach der Insolvenz der Baumarktkette Hellweg darf der Konkurrent Bauhaus acht Standorte übernehmen. „Das Zusammenschlussvorhaben ist wettbewerblich unbedenklich“, erklärte der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, am Freitag in Bonn. Betroffen sind die Standorte in Backnang, Beckum, Berlin-Köpenick, Dahlwitz-Hoppegarten, Dortmund-Hacheney, Essen-Rellinghausen, Iserlohn und Potsdam.

Das Unternehmen Hellweg betrieb zuletzt unter den Marken Hellweg und BayWa Bau & Garten 113 Bau- und Gartenmärkte in Deutschland. Das Unternehmen hatte im Juni Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Bauhaus ist eine der führenden Baumarktketten in Deutschland. Das Unternehmen betreibt rund 290 Standorte in Deutschland sowie im europäischen Ausland.

Bundesregierung hebt wohl Wachstumsprognosen kräftig an

Die Bundesregierung folgt den Wirtschaftsforschungsinstituten und wird ihre Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre deutlich anheben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Demnach wird nun mit einem Wachstum von 1,3 Prozent in diesem Jahr und 1,1 Prozent im kommenden Jahr gerechnet. Erst 2028 wird das Bruttoinlandsprodukt spürbar langsamer zulegen, mit dann geschätzten 0,6 Prozent.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will die Herbstprojektion nächste Woche vorstellen. Seit dem Frühjahr hatte die Regierung aus Union und SPD für 2026 mit einem Wachstum von ‌0,5 Prozent gerechnet, 2027 dann von ‌0,9 Prozent. Doch der Nahost-Krieg hat die deutsche Wirtschaft anders als befürchtet nicht so stark gebremst.

Der Aufschwung wird vor allem durch die schuldenfinanzierten Investitionen des Staates in die Infrastruktur und die Aufrüstung der Bundeswehr befeuert. So gehen von den Konsumausgaben der öffentlichen Hand vor allem 2026 ​wesentlich stärkere Impulse als von den privaten Haushalten aus. 2027 dürfte ⁠der Unterschied zwar kleiner werden, aber immer noch deutlich sein. Die schwarz-rote Koalition hat sich nach den hohen Schulden in vielen Politikfeldern auch Strukturreformen vorgenommen. ​Bei der Umsetzung stockt es aber immer wieder.

Der Export dürfte ein Treiber der Wirtschaft bleiben. Hier rechnet die Regierung ⁠laut dem Entwurf ‌der Herbstprojektion mit einem Zuwachs von 3,7 Prozent. 2027 und 2028 dürften es dann noch 2,1 und 1,1 Prozent sein. Die Baubranche dürfte 2027 die Wende schaffen. Nach Jahren mit rückläufigen Investitionen wird kommendes Jahr mit einem Plus gerechnet, 2028 ebenfalls.

Der Nahost-Krieg trifft viele ⁠Verbraucher über die Inflation, ⁠vor allem die stark gestiegenen Preise für Benzin und Diesel. Die Regierung rechnet dem Insider zufolge 2026 mit einer Teuerungsrate von ⁠2,7 Prozent, 2027 dann ​von ⁠3,0 Prozent. 2028 dürften es noch 2,2 Prozent sein. ​Die Europäische Zentralbank strebt als optimalen Wert für die Wirtschaft zwei Prozent an. Bei ‌höheren Werten steuert sie in der Regel mit höheren Zinsen dagegen.

Die führenden Forschungsinstitute hatten ihre gemeinsame Prognose zuletzt ebenfalls nach oben geschraubt. ​Sie erwarten auch ein Wachstum von 1,3 Prozent in diesem ​Jahr und 1,1 Prozent im nächsten Jahr. Für 2028 sind die Ökonomen aber skeptischer und rechnen nur mit 0,4 Prozent.

Geht Anthropic schon Mitte November an die Börse?

Das amerikanische KI-Unternehmen Anthropic könnte dem Vernehmen nach schon in der Woche ab dem 9. November mit der offiziellen Vermarktung seines Börsengangs beginnen. Das berichtet der Finanzdienst Bloomberg und bezieht sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Damit wäre ein Handelsstart noch vor Thanksgiving möglich. Rund um den Feiertag am 26. November kommt das Geschäft mit Kapitalmarkttransaktionen üblicherweise weitgehend zum Erliegen. Spätestens soll das Börsendebüt den Insidern zufolge bis Ende des Jahres über die Bühne gehen. Die Beratungen laufen noch. Der Zeitplan könnte sich dabei dem Vernehmen nach auch noch verschieben.

Anthropic war über weite Strecken dieses Jahres auf dem Vormarsch, sieht sich inzwischen aber wieder stärkerem Wettbewerb ausgesetzt. Der ChatGPT-Entwickler Open AI hat in den vergangenen Monaten beim Umsatz an Dynamik gewonnen. Zugleich stehen die Unternehmen nach einer Reihe viel beachteter Hackerangriffe durch außer Kontrolle geratene KI-Agenten zunehmend im Fokus der öffentlichen Debatte über KI-Sicherheit. Damit wächst auch die Sorge darüber, welche Folgen dies für Anthropics Börsendebüt haben könnte.

Anthropic-Chef Dario Amodei hat auf seiner persönlichen Website einen Essay veröffentlicht, in dem er dafür plädiert, das Tempo der Fortschritte neuer KI-Modelle zu verlangsamen. Anthropics Hauptrivale Open AI hat seine Pläne für einen Börsengang dagegen verschoben. CEO Sam Altman vertritt die Ansicht, dass ein Börsengang zum jetzigen Zeitpunkt nicht ratsam wäre.

Potenzielle Investoren scheint diese Sorge bislang eher nicht abgeschreckt zu haben. Einige der Insider halten für Anthropic eine faire Bewertung in einer Größenordnung von 1,8 Billionen bis 2 Billionen Dollar für angemessen. .

Potenzielle Investoren scheint diese Sorge bislang eher nicht abgeschreckt zu haben. Einige der Insider halten für Anthropic eine faire Bewertung in einer Größenordnung von 1,8 Billionen bis 2 Billionen Dollar für angemessen. .

Anthropic hat im Jahr 2025 einen Nettoverlust von fast 42 Milliarden Dollar verbucht. Das war rund fünfmal so viel wie die etwa 8,3 Milliarden Dollar Verlust im Jahr zuvor, wie Bloomberg im August berichtet hatte. Gleichzeitig stieg der Jahresumsatz 2025 deutlich auf rund 4,6 Milliarden Dollar, von 386 Millionen Dollar im Vorjahr. Der operative Verlust schwoll allerdings auf mehr als 8 Milliarden Dollar an, wie aus Dokumenten hervorgeht, die Bloomberg eigenen Angaben zufolge eingesehen hat. Der größte Teil des Nettoverlusts ging auf einen sprunghaften Anstieg bei der Veränderung des fairen Werts von Anthropics Verbindlichkeiten zurück. Dieser Posten machte den Dokumenten zufolge mehr als 34 Milliarden Dollar des Jahresverlusts aus.

Ein Vertreter von Anthropic konnte auf eine Bitte um Stellungnahme zunächst nicht reagieren. Zur Vorbereitung des Börsengangs will Anthropic am 14. Oktober in seiner Zentrale in San Francisco mit potenziellen Investoren zusammentreffen, berichtet Bloomberg weiter.

Julius Bär kündigt Aktienrückkauf über 600 Millionen Franken an

Die Schweizer Privatbank Julius Bär will ​eigene Aktien im Wert von bis zu 600 Millionen ⁠Franken zurückkaufen. Das Programm solle in den kommenden Wochen starten und innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden, teilte das Institut ‌am Freitag mit. Der Rückkauf solle über eine zweite Handelslinie an der Schweizer Börse SIX erfolgen. Zudem überarbeite die ‌Bank ihre Ausschüttungspolitik. ‌Demnach wolle Julius Bär die Dividendenausschüttungsquote zwischen 40 und 60 Prozent des Konzerngewinns beibehalten, strebe jedoch eine progressive Dividende je Aktie an. ​Die harte Kernkapitalquote (CET1) solle weiterhin ⁠bei 15 Prozent liegen.

Kürzlich hatte die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma ein Untersuchungsverfahren gegen Bär ​abgeschlossen und damit auch Aktienrückkäufe wieder möglich gemacht. „Der Verwaltungsrat ist erfreut ⁠über die Fortschritte, ‌die Stefan Bollinger und das Führungsteam bei der Bewältigung von Altlasten erzielt haben, sowie über den offenen und transparenten ⁠Dialog, der während ⁠des gesamten Prozesses mit der Aufsichtsbehörde gepflegt wurde“, erklärte Verwaltungsratspräsident Noel ⁠Quinn. ​Überschüssiges Kapital ⁠werde an die Aktionäre zurückgezahlt, ​während gleichzeitig die finanzielle Stärke für die ‌Ziele des Zyklus von 2026 bis 2028 gewahrt bleibe.

Polen führt Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne ein

Um die Preise für Benzin und Diesel senken zu können, führt Polen eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne ein. Er habe ein entsprechendes Gesetzesprojekt unterschrieben, sagte Präsident Karol Nawrocki in einer Ansprache am Donnerstagabend. „Jeder Zloty, der dank dieses Gesetzes eingenommen wird, muss für die Senkung der Treibstoffpreise ausgegeben werden.“

Die Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk will mit den Einnahmen aus der Übergewinnsteuer eine Neuauflage des Spritpreispakets finanzieren. Finanzminister Andrzej Domanski rechnet damit, dass die Treibstoffpreise noch bis Ende dieser Woche um umgerechnet 23 Cent je Liter fallen werden. In Polen kostet Superbenzin gegenwärtig im Schnitt umgerechnet 2,05 Euro je Liter und Diesel 2,06 Euro je Liter.

Um das Gesetz zur Einführung der Übergewinnsteuer hatte es in Polen politisches Gezerre zwischen der Regierung und dem rechtskonservativen Präsidenten gegeben. Einen ersten Anlauf der Regierung hatte Nawrocki im Sommer per Veto gekippt. Unter dem Druck der Öffentlichkeit unterzeichnete er das Gesetz nun zwar, beauftragte aber gleichzeitig das Verfassungsgericht mit der Überprüfung.

Auch in Deutschland wird seit Monaten über eine Übergewinnsteuer diskutiert. Bundeskanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU) lehnen sie ab, die SPD von Vizekanzler Lars Klingbeil ist dafür. Ein Vorstoß des Finanzministers auf EU-Ebene wurde von EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis vorläufig abgelehnt. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) forderte, die Steuer notfalls national einzuführen.

OpenAI feuert drei Mitarbeiter nach KI-Enthüllungen

Nach der Aufregung um eigenständige Hacking-Aktivitäten von Künstlicher Intelligenz des ChatGPT-Entwicklers OpenAI hat die Firma drei an der Aufarbeitung beteiligte Experten entlassen. Sie hätten gegen interne Regeln zum Umgang mit vertraulichen Informationen verstoßen, teilte OpenAI zur Begründung mit. Zugleich betonte die KI-Firma, niemand sei gefeuert worden, weil er Sicherheitsbedenken geäußert habe. Das Fehlverhalten sei über das Teilen von Informationen mit einer externen Analysefirma hinausgegangen, hieß es ohne nähere Details.

Das „Wall Street Journal“ hatte zuvor unter Berufung auf informierte Personen die Namen der drei entlassenen Mitarbeiter genannt. OpenAI sprach nur von zwei Sicherheitsforschern und einem Programm-Manager, wollte die Namen auf Anfrage aber nicht bestätigen. Auch die drei von der Zeitung genannten Personen äußerten sich zunächst nicht. OpenAI zufolge war das für die Beschäftigung nötige Vertrauen nicht mehr gegeben.

In dem bisher aufsehenerregendsten Fall war Künstliche Intelligenz des ChatGPT-Entwicklers aus einer abgesicherten Testumgebung ausgebrochen und hatte sich ungeplant in Computer einer anderen KI-Firma gehackt, der Plattform Hugging Face. Zur Aufarbeitung des Vorfalls hatte OpenAI für einige Tage auf KI-Sicherheit spezialisierte externe Experten herangeholt, die später tiefgreifende Einblicke in die Vorgehensweise der Software veröffentlichten. Zumindest einer der vom „Wall Street Journal“ gefeuerten Mitarbeiter hatte erwähnt, Anlaufstelle für die externen Analysten gewesen zu sein. 

In den vergangenen Tagen wurde auch bekannt, dass OpenAI nach einem neuen Zwischenfall das Training der leistungsstärksten Künstlichen Intelligenz ausgesetzt hat. Bei dem Vorfall schaffte es ein KI-Modell in einem Test, Antworten von einem externen Chatbot zu bekommen, obwohl es eigentlich keinen Internet-Zugang haben sollte. Die Software habe jedoch eine Lücke in den Netzwerk-Einstellungen gefunden und ausgenutzt, hieß es. Das Eingeständnis war besonders heikel, da OpenAI die Sicherheitsvorkehrungen nach der Hacking-Attacke auf Hugging Face verschärft hatte. Zudem strich die Firma die Veröffentlichung eines neuen KI-Modells nach Sicherheitsbedenken.

Forscher aus der Branche warnten zuletzt mehrfach vor einem existenziellen Risiko für die Menschheit, wenn leistungsstarke Künstliche Intelligenz außer Kontrolle geraten sollte. OpenAI-Chef Sam Altman solidarisierte sich mit dem Vorschlag des Konkurrenten Dario Amodei vom KI-Entwickler Anthropic, die Entwicklung der fähigsten KI-Modelle abzubremsen. Nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump verpflichteten sich die Unternehmen jedoch nur, die Sicherheitsvorkehrungen zu stärken und externe Beobachter zuzulassen. Er wolle, dass sich die Unternehmen gegenseitig beaufsichtigten, sagte Trump.

Impfstoffhersteller Moderna ersetzt Warner Bros Discovery im Nasdaq 100

Der Impfstoffhersteller Moderna ​rückt nach Angaben des Börsenbetreibers Nasdaq ⁠für Warner Bros. Discovery in den Aktienindex Nasdaq 100 auf. Der Wechsel ‌werde am 9. Oktober wirksam, teilte das Unternehmen am Donnerstag (Ortszeit) mit. ‌Die ‌Aktien von Moderna haben sich in diesem Jahr mehr als versechsfacht. Der ​Börsenwert des Unternehmens ⁠stieg damit auf rund 75 Milliarden Dollar. Warner Bros. ​Discovery wird zudem aus den ⁠Indizes großer Anbieter ‌wie MSCI und S&P gestrichen. Hintergrund ist die Fusion ⁠des Medienkonzerns mit Paramount ⁠Skydance. Der Zusammenschluss wird nach monatelanger ⁠Verzögerung voraussichtlich ​am ⁠6. Oktober abgeschlossen.

Französischer Supercomputer-Bauer verdoppelt Produktion für europäische KI-Projekte

Der französische Supercomputer-Hersteller Bull AI hat seine Produktionskapazitäten für europäische KI-Projekte verdoppelt. Das Unternehmen habe am Donnerstag ​ein erweitertes Werk im westfranzösischen Angers wiedereröffnet, teilten Führungskräfte der Nachrichtenagentur Reuters mit. Die Produktion steige damit von sechs ⁠auf zwölf Server-Racks pro Monat. Die Fertigung könne im kommenden Jahr bei anhaltender Nachfrage auf 24 Einheiten erhöht werden. Der Ausbau der einzigen auf Supercomputer spezialisierten Fabrik in Europa kostete den Angaben zufolge 80 Millionen Euro. Die Europäische ‌Union (EU) will mit Investitionen von sieben Milliarden Euro bis 2027 zu den USA und China bei der Rechenleistung aufschließen.

Bull AI profitiert von dieser Entwicklung und hat in diesem Jahr so viele Aufträge wie nie zuvor ‌erhalten. Das Unternehmen gewann 15 von 18 ‌Ausschreibungen der EU-Organisation EuroHPC, der Supercomputer-Behörde der EU, und setzte sich dabei unter anderem gegen Hewlett Packard Enterprise durch. Ende August hatte die EU-Behörde, wie Reuters bereits berichtete, bei den Franzosen einen KI-Hochleistungsrechner für ein bestehendes Rechenzentrum in Finnland bestellt. Der Auftrag hat ​ein Volumen von 387,8 Millionen Euro und ist der ⁠bislang größte für Bull AI. Der Rechner wird seinen Betrieb voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2027 aufnehmen. Ausgestattet mit einem Milliardenbudget, hat EuroHPC bislang ​19 KI-Rechenzentren mit rund einem Dutzend Supercomputern eingerichtet. Die Nachfrage übersteige das Angebot, hatte EuroHPC-Infrastrukturchef Evangelos Floros betont.

Derzeit baut der Hersteller parallel zu dem ⁠finnischen System den 554 ‌Millionen Euro teuren Supercomputer „Alice Recoque“ für den französischen Staat. Auch Europas erster Exascale-Rechner „Jupiter“ im Forschungszentrum Jülich stammt von den Franzosen. Der französische Staat hatte die Sparte Ende März für bis zu 404 Millionen Euro von dem hochverschuldeten IT-Konzern Atos übernommen. Daraus formte ⁠die Regierung vor ⁠wenigen Monaten das Staatsunternehmen Bull AI. Die Übernahme gilt als strategisch wichtig, da die Rechner unter anderem für die Simulation ⁠von Atomtests genutzt ​werden. Bei ⁠den Bauteilen setzt Bull AI je nach Kundenwunsch auf ​Prozessoren von Nvidia, AMD und Intel oder auf europäische Komponenten. Deren Anteil an ‌den Maschinen sei in den vergangenen fünf Jahren von 20 bis 30 Prozent auf nun 70 Prozent gestiegen. Zudem wird ​Bull AI im Rahmen einer im Juni geschlossenen Partnerschaft ​mit dem taiwanischen Auftragsfertiger Foxconn Nvidia-Systeme in Tschechien herstellen und in Angers endmontieren.