Der Freitag im Überblick KI-Riesen auf Deutschlandtournee, Autoaktien im Angebot
Weißwein, Häppchen und 100 Dollar Token-Guthaben: Das ist nicht mein Plan für das Wochenende, sondern die Vertriebswelt von Anthropic und OpenAI hierzulande. Die KI-Giganten aus dem Silicon Valley bauen nicht nur Präsenzen in München auf, sie umwerben auch die hiesige Entwicklercommunity in Berlin. Das Ziel: langfristige Verträge mit der deutschen Großindustrie. Denn wer sich bei den Dax-Schwergewichten festsetzt, sichert sich nicht nur Umsätze, sondern auch Glaubwürdigkeit für einen Börsengang.
Problem nur: Die deutschen Industriekunden ticken anders als die KI-affine Start-up-Szene . Sie haben zwar die größeren Tickets, sind jedoch langsamer in der Entscheidungsfindung. Meine Kollegen Jonas Rest und Caspar Schlenk haben recherchiert, dass OpenAI und Anthropic in ihrem Kampf um die Konzerne dabei auf einen mächtigen Konkurrenten stoßen: Microsoft. Wie die Herausforderer Microsoft in Deutschland überholen wollen, lesen Sie hier: Das Deutschland-Duell von Anthropic und OpenAI
Konkurrieren um Großkunden: OpenAI-CEO Sam Altman (l.) und Anthropic-Lenker Dario Amodei
Foto:Fotos: [M] Jason Redmond, Ludovic Marin / AFP
Die Wirtschaftsnews des Tages:
Apple hat im vergangenen Quartal ein starkes Wachstum im iPhone-Geschäft verzeichnet. Der Umsatz stieg auf 54,3 Milliarden Dollar. Anleger sind allerdings enttäuscht von den Umsätzen in der wichtigen Servicesparte, ebenso vom Ausblick.
Die Aktie von Amazon hingegen legt kräftig zu. Der US-Konzern hat mit seiner Quartalsbilanz die Erwartungen übertroffen. In der wichtigen Cloudsparte AWS stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 37 Prozent.
Siemens Healthineers kommt nicht aus der Krise. Die zur Disposition stehende Labordiagnostiksparte enttäuscht, CEO Bernd Montag (57) muss erneut das Umsatzziel herunterschrauben.
Die Aufsteiger des Tages:
Immer weniger junge Menschen wollen Chef werden. Doch es gibt sie, die Aufsteiger und Gründerinnen, die jung in Führung gehen. Meine Kollegin Sarah Heidi Engel hat vier von ihnen gefragt: Was motiviert sie, Verantwortung zu übernehmen?
Der Absteiger des Tages:
Leopold Aschenbrenner (24) galt als Wunderkind. Der KI-Profi aus Berlin arbeitete einst bei OpenAI und hatte innerhalb von zwei Jahren einen 20-Milliarden-Dollar-Hedgefonds aus dem Boden gestampft. Nun hat sein steiler Aufstieg vorerst ein Ende gefunden. Mit seinem Hedgefonds Situational Awareness hatte er massiv auf KI-Aktien wie Intel, Bloom Energy und Sandisk gesetzt und gleichzeitig auf fallende Kurse bei Softwareaktien. Dabei hat er sich offenbar verzockt und musste sich in die Arme von Investmentlegende Ken Griffin (57) flüchten. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.
Der Umsteiger des Tages:
Zum Finale seiner Karriere investiert Logistikmilliardär Klaus-Michael Kühne (89) in prominente deutsche Unternehmen wie Lufthansa oder Flix. Die deutsche Wirtschaftsgemeinde rätselt über die Motive Kühnes. Wird er größenwahnsinnig? Wozu soll diese Mini-Deutschland-AG, die er da zu formen scheint, gut sein? Was hinter den spektakulären Investments steckt und was noch von Klaus-Michael Kühne zu erwarten ist, darüber spricht in der neuen Folge unseres Podcasts „manager magazin INSIDE“ meine Kollegin Sarah Heuberger mit unserem Reporter Michael Machatschke.
Die Ausfahrt des Tages:
Blauer Himmel über dem Kopf, schwarzer Asphalt unter den Rädern. Wenn es so etwas gibt wie ein Freiheitsgefühl beim Autofahren, dann ganz sicher in einem Cabrio, schreibt meine Kollegin Margret Hucko. Für Ihre Kolumne cruiste sie im BMW M440i xDrive Cabrio durch die Straßen – und warf eiserne Prinzipien über Bord .
Was Sie in Ihrer Karriere voranbringt:
Gerade in Krisenzeiten ist der einfühlsame Umgang mit anderen für Führungskräfte eine unverzichtbare Kompetenz. Diese sechs Strategien helfen Ihnen , das Engagement Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stärken.
Für den nächsten Arbeitsurlaub:
In unserer Reihe „Workation“ nimmt meine Kollegin Viola Keeve Sie dieses Mal mit auf die Azoren. Die Vulkaninseln sind ein grüner, subtropischer Rückzugsort – mit Walen, Kraterseen und schnellem Internet.
Die besten Originaltexte aus dem „Economist“:
Fifa-Chef Gianni Infantino (56) stößt mit seinem Plan, Anteile an der Fußball-WM an Investoren zu verkaufen, auf Gegenwehr. Nach der WM-Boykottdrohung der europäischen Verbände lehnt auch der für Nord- und Mittelamerika zuständige Kontinentalverband Concacaf die Investorenpläne ab. Dabei ist das Modell kein Novum: In anderen Sportarten wurde es bereits erprobt, und die Erfahrungen damit waren oft ernüchternd , analysieren die Kollegen vom „Economist“.
Meine Empfehlung für den Abend:
Autostadt in Wolfsburg: Stark unter Druck stehen die Kurse der Autobauer wie Volkswagen
Foto:Die deutschen Autobauer geraten von allen Seiten unter Druck. Allein Volkswagen plant bis 2030 den Abbau von bis zu 100.000 Jobs weltweit, BMW will bis Ende 2027 rund 8000 Jobs abbauen und zielt besonders auf Führungskräfte . Die schlechten Nachrichten drücken logischerweise die Autoaktien tief ins Minus. Nach klassischen Bewertungsmaßstäben sind die einstigen Vorzeigetitel inzwischen zum Schnäppchenpreis zu haben.
Daniel Schwarz, Aktienanalyst für die Automobilindustrie beim Bankhaus Metzler, erklärt im Gespräch mit meiner Kollegin Maren Jensen, er glaube nicht an ein Comeback der deutschen Autobauer auf dem chinesischen Markt. Das noch größere Risiko aber sei eine Wiederholung dieser Entwicklung in Europa, wo chinesische Wettbewerber ebenfalls rasant Marktanteile gewinnen könnten. Warum er die Volkswagen-Aktie dennoch besonders spannend findet, wieso es für die Premiumhersteller BMW und Mercedes künftig enger werden dürfte und warum er das Kursziel für Porsche trotzdem angehoben hat, lesen Sie in unserem neuen Geldanlage-Extra .
Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende
Ihr Tim Spark
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