Tech Update Das Deutschland-Duell von Anthropic und OpenAI
Und, welche KI-Tools verwendet euer Unternehmen? Wir haben uns mal unter den wichtigsten deutschen Börsenkonzernen umgehört, wie sie das handhaben. Das Ergebnis: Bislang konnten OpenAI oder Erzrivale Anthropic noch nicht Fuß fassen, im Dax dominiert Microsoft. Die genauen Ergebnisse der exklusiven Umfrage gibt es hier . Und die Hintergründe zum Deutschland-Duell von OpenAI vs. Anthropic liefern wir euch heute in einer exklusiven Recherche.
Das Deutschland-Duell von Anthropic und OpenAI
Diese KI-Tools verwenden die Dax-Konzerne
Die teure Wette des neuen N26-CEOs auf sich selbst
Exklusive Recherche: Das Deutschland-Duell von Anthropic und OpenAI
Kampf um den Dax: OpenAI-CEO Sam Altman und Anthropic-Lenker Dario Amodei konkurrieren um Großkunden
Foto: Jason Redmond; Ludovic Marin / AFPDeutschland, das neue KI-Schlachtfeld: Anthropic und OpenAI schicken Teams nach München und veranstalten Community-Events in Berlin – mit Weißwein, Häppchen und Token-Guthaben im Wert von 100 Dollar zum „Anfixen“. Die KI-Labs hoffen auf die dicksten Beutezüge der Branche: langfristige Enterprise-Verträge. Denn wer bei den Dax-Konzernen landet, kauft sich nicht nur Umsatz, sondern Glaubwürdigkeit für den IPO. Problem nur: Die deutschen Industriekunden ticken anders als die KI-affine Start-up-Szene. Sie haben zwar die deutlich größeren Tickets, sind jedoch langsamer in der Entscheidungsfindung und tendenziell skeptischer.
In der exklusiven Recherche meiner Kollegen Jonas Rest und Caspar Schlenk erfahrt ihr, wie OpenAI und Anthropic in diesem Rennen auf einen Gegner treffen, der schon in den Konzernen etabliert ist, obwohl sein Produkt eigentlich keiner mag: Microsoft. Sie beschreiben, wie „Modell-Hopping“ zum dominierenden Trend wird (inklusive Langdock als Switchboard) und weshalb beide Labs jetzt Milliarden in „Forward Deployed Engineers“ stecken. Hier geht’s zur kompletten Recherche.
Köpfe: Mike Dargan ++ Hélène Huby ++ Pavel Durow ++ Lilian Weng ++ Robert Lacher
Wettet auf sich selbst: N26-CEO Mike Dargan
Foto: N26Mike Dargan (48), CEO von N26, wettet auf sich selbst. Der neue Chef der Neobank hat für einen zweistelligen Millionenbetrag N26-Anteile gekauft. Außerdem stellt er ein neues Führungsteam zusammen und wechselt nach Informationen meiner Kollegin Katharina Slodczyk auch ein entscheidendes Vorstandsmitglied aus. Eins aber fehlt noch: eine Strategie .
Hélène Huby (48), Chefin der Spacetechfirma The Exploration Company (TEC), befindet sich im Fundraising. Aktuell soll sie Gespräche über eine Finanzierung in Höhe von mindestens 300 Millionen Dollar (auf einer Bewertung von 2 Milliarden Dollar) führen, wie die „Financial Times“ zuerst berichtete. Anführen könnte die Runde der neue europäische Scaleup Europe Fonds, der vom Bestandsinvestor EQT verwaltet wird.
Pavel Durow (41), Telegram-Gründer, wird jetzt auch in seinem Heimatland Russland per internationalem Haftbefehl gesucht. Die russische Justiz wirft ihm vor, Terrorismus zu unterstützen, und hat ihn deshalb international zur Fahndung ausgeschrieben. Durows Antwort darauf erfolgte umgehend: Auf X postete er ein verwackeltes Bild von sich, auf dem er den Mittelfinger in die Kamera streckt.
Lilian Weng, Mitgründerin von Mira Muratis Thinking Machines Lab, geht zurück zu OpenAI. Sie gab diese Woche bekannt, dass sie bei „Thinky“, so der Spitzname des KI-Start-ups, aussteigen und zum Big Player zurückkehren wird. Als Grund nannte sie gesundheitliche Probleme.
Robert Lacher (41), Chef des VC-Fonds Visionaries, baut sein Investmentvehikel um. Visionaries solle zu einem „konzentrierten und GP-geführten“ Fonds werden, so Lacher auf LinkedIn . Der Wandel kommt rechtzeitig zum Fundraising für den neuen Fonds, das wohl noch in diesem Herbst starten soll. Als Zielgröße befinden sich erneut rund 400 Millionen Euro im Visier. Dass seine bisherige Co-GP Judith Dada (34) zu Langdock wechseln wird, war bereits bekannt. Mit der neuen Fondsgeneration wird sich das Investmentteam wohl perspektivisch noch weiter verkleinern: Die Investments will Lacher zukünftig gemeinsam mit Partner Venkat Kondragunta anführen.
Zahl der Woche: 5 Milliarden Dollar
KI-Koryphäe Ilya Sutskever, der OpenAI mitgegründet hat und aktuell Chef des KI-Start-ups Safe Superintelligence ist, bekommt milliardenschwere Unterstützung von Nvidia. Das Unternehmen beteiligt sich mit 5 Milliarden Dollar an Sutskevers Firma – dabei ist über die Arbeit von Safe Superintelligence bis dato kaum etwas bekannt.
Round-up: Kernfusion ++ Proxima Fusion ++ CFS ++ Meta ++ Tante Enso
Förderung per Gießkanne? Ministerin Dorothee Bär will die Kernfusionsentwicklung in Deutschland unterstützen
Foto: Katharina Kausche / picture alliance / dpaBundesforschungsministerin Dorothee Bär (48) gab in dieser Woche ihre Förderung für Kernfusion bekannt. Insgesamt drei Forschungshubs will die Bundesregierung mit insgesamt 125 Millionen Euro finanzieren; eines zur Magnetfusion (von Proxima Fusion und Gauss Fusion koordiniert), eines zur Laserfusion (von Marvel Fusion und Focused Energy koordiniert) und eines zur Materialentwicklung. Die Start-ups freuen sich, es klingt aber auch leichte Kritik durch: „Eine Förderung mit der Gießkanne schafft viele Zweit- und Drittplatzierte, aber keine europäischen Champions im Wettlauf um die Fusion“, lässt sich Francesco Sciortino (33), CEO von Proxima Fusion, zitieren.
Der Wettlauf um Erfolge mit Fusionsenergie gewinnt auch in den USA an Tempo. Das amerikanische Start-up CFS meldet eine Finanzierungsrunde von einer Milliarde Dollar – CEO Bob Mumgaard weiß schon genau, wohin mit dem Geld .
Die Geschäftsergebnisse von Meta kamen nicht gut an. Das Unternehmen verfehlte mit seinem Ausblick die Erwartungen, trotz boomender Werbeerlöse schreckten zudem die Pläne von CEO Mark Zuckerberg (42) für weitere Milliardeninvestitionen in KI und Rechenzentren Anleger ab. Die Aktie gab kräftig nach.
Comeback des Tante-Emma-Ladens: Moderne Technik macht die letzte Nische im Lebensmittelhandel wieder lukrativ. Mit einem Milliardär im Rücken will das Bremer Start-up Tante Enso Deutschland mit Dorfläden überziehen. Warum mein Kollege Martin Mehringer dem Ansatz gute Chancen ausrechnet, erfahrt ihr hier.
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Achtung: Ihr hättet es wahrscheinlich nicht vermutet, aber dieses Bild ist KI-generiert
Foto: KI generiertZum Schluss ein kleiner Servicehinweis: Ab diesem Sonntag gilt in der EU eine Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte. Ein einheitliches Label dafür existiert nicht, die EU hat hier ein paar Vorschläge gemacht. Zwei Ausnahmen gibt es: zum einen für „künstlerische, satirische, fiktionale oder kreative“ Werke, bei denen KI eingesetzt wurde. Das muss dann zwar trotzdem gekennzeichnet werden, nicht aber auf dem Bild selbst, um das Werk nicht zu beeinträchtigen. Die zweite Ausnahme gilt für Privatpersonen. Wer selbst ein Bild bearbeitet und es auf seinem nicht öffentlichen Account hochlädt, muss ebenfalls nichts kennzeichnen.
Keine Sorge also, die Bilder aus dem Sommerurlaub können also weiterhin für die Familien-Whatsapp-Gruppe manipuliert werden.
Wir lesen uns Mitte August wieder, denn auch das „Tech Update“ verabschiedet sich in eine kleine Sommerpause.
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