Der Tag im Überblick Wie der Eon-Chef Stromleitungen besser schützen will
Die Sabotageversuche auf Stromnetze in ganz Deutschland reißen nicht ab. Auch wenn ein Tatverdächtiger diese Woche festgenommen wurde, die Gefahr bleibt. Denn die Angreifer haben leichtes Spiel – dank öffentlicher Karten und eingeschränkter Überwachungsmöglichkeiten. Meine Kollegin Kirsten Bialdiga hat mit Leonhard Birnbaum (59) gesprochen, der als Eon-Chef täglich damit konfrontiert ist, die Strominfrastruktur in Deutschland besser zu schützen. Eon gehört ein Drittel des deutschen Verteilnetzes, rund 700.000 Kilometer Stromleitung. Seine Vorschläge: Mehr Möglichkeiten zur Videoüberwachung von Anlagen und der flexiblere Einsatz von Drohen .
Under Attack: Eon-Chef Leonhard Birnbaum will mehr Drohnen einsetzen, um das Stromnetz zu schützen
Foto: Henning Ross Fotografie / E.ONDie Wirtschaftsnews des Tages:
In Taiwan drohen rund 12.000 Mitarbeiter des Chipkonzerns Micron mit Streik. Sie wollen an den gigantischen Gewinnen des US-Unternehmens angemessen beteiligt werden. Ein jüngstes Angebot in Höhe von bis zu 68 Monatsgehältern lehnte eine Gewerkschaft ab.
Im „Billionaires Index“ von Bloomberg, der Liste der reichsten Menschen weltweit, sind in den Top Ten nur noch US-Amerikaner vertreten. Der französische Luxusgüter-Magnat Bernard Arnault (77), Gründer des LVMH-Konzerns, war vor vier Jahren noch der reichste Mensch der Welt – jetzt ist er nicht einmal mehr unter den zehn vermögendsten. Auf Platz eins bleibt Elon Musk (55).
Das Personalkarussell des Tages:
Aufruhr beim Sportartikler Puma. CEO Arthur Hoeld (57) verliert Verkaufschef Matthias Bäumer (60) mit sofortiger Wirkung, und der designierte Europachef Dennis Schröder (45) kommt erst gar nicht nach Herzogenaurach. Der frühere CEO der Sneakerkette Snipes hat sich offenbar kurzfristig für ein aus seiner Sicht attraktiveres Angebot entschieden, berichten meine Kollegen Christoph Neßhöver und Martin Mehringer exklusiv. Die Rettungsmission von Puma-Boss Hoeld wird dadurch nicht einfacher. Zudem kündigt sich der neue Großaktionär Anta Sports an. Die Details der Personalrochade finden Sie hier .
Harte Linie: Puma-Boss Arthur Hoeld kehrt kräftig durch
Foto:Was Sie finanziell voranbringt:
Wer Immobilien kaufen oder ein Haus bauen will, den trifft die straffere Geldpolitik der EZB. Die Bauzinsen steigen weiter an, so manches Immobilienprojekt steht auf der Kippe. Vor allem wenn mit wenig Eigenkapital geplant wurde. Mein Kollege Christoph Rottwilm beschreibt, wie die Aussichten für Finanzierungen und Preise sind und wie Kreditnehmer reagieren können .
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Unsere Unterhaltung fürs Wochenende:
Sie ist noch kein Jahr im Amt und hat doch schon reichlich Reibung erzeugt. Evelyn Palla (52), seit Oktober 2025 Vorstandschefin der Deutschen Bahn, hat einen disruptiven Neustart versprochen. Wie steht es darum? In der neuen Folge unseres Podcasts „manager magazin INSIDE“ gibt mein Kollege Michael Machatschke Auskunft.
Ein Nickerchen zwischendurch soll die Leistungsfähigkeit optimieren, und natürlich gibt es auch dafür mittlerweile einen Namen: „Sleepmaxxing“. Julia Hackober hat die ultimativen Tipps dafür.
Das Beste aus dem „Economist“:
Chinesische Autobauer erobern den europäischen Markt schleppend, doch das wird sich demnächst ändern: Bald eröffnen sie Fabriken in Europa, in denen sie schneller und kostengünstiger produzieren als die Konkurrenz. Die Analyse unserer britischen Kollegen lesen Sie bei uns hier .
Meine Empfehlung für den Abend:
Geschäfte im Schatten: Secondary-Broker vermitteln Start-up-Anteile im Hintergrund per WhatsApp oder Telefon
Foto:Noch vor dem Börsengang an den Wertsteigerungen von gehypten Firmen wie OpenAI oder Anthropic profitieren? Das geht auf normalen Wegen nicht. Aber rund um sogenannte Secondary-Transaktionen ist in den vergangenen Jahren ein Schattenmarkt entstanden, der es in sich hat: Auf 240 Milliarden Euro stieg das Transaktionsvolumen 2025 an. Mein Kollege Caspar Schlenk hat sich unter den Start-up-Dealern umgehört, manche mehr, manche weniger seriös. Die Beteiligungen werden nicht über normale Marktplätze feilgeboten, sondern über Mails, geschlossene Netzwerke oder WhatsApp-Gruppen. Die Secondary-Broker versprechen wohlhabenden Familien, Angel-Investoren und Wagniskapitalfonds, was diese in einer klassischen Finanzierungsrunde wohl nicht bekommen würden: Anteile an den am meisten bejubelten Firmen des Planeten .
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende
Ihre Julia Wehmeier
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