Nachrichten auf Deutsch aus internationalen Quellen.

Markets

Dax aktuell: Dax schließt im Minus und fällt weit von Rekord zurück – Rüstungsaktie verliert

Times-News-Weltredaktion (2026-11-06): Börse am Abend Dax fällt wegen KI-Panik weit vom Rekord zurück Der weltweite Ausverkauf im KI- und Halbleitersektor hat vor dem Wochenende auch die Anleger am… Primärquelle: Original bei Handelsblatt (handelsblatt.com).

· Handelsblatt

Dax aktuell: Dax schließt im Minus und fällt weit von Rekord zurück – Rüstungsaktie verliert

Börse am Abend Dax fällt wegen KI-Panik weit vom Rekord zurück

Der weltweite Ausverkauf im KI- und Halbleitersektor hat vor dem Wochenende auch die Anleger am deutschen Aktienmarkt in die Flucht geschlagen. Der Dax büßte am Freitag ausgehend von seinem erst am Vortag mit 26.692 Punkten erreichten Rekord zeitweise über 1000 Zähler ein. Letztlich sackte er um 1,9 Prozent auf 25.820 Punkte ab. Damit gab der Dax sein zwischenzeitliches Wochenplus komplett ab. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Freitag um 0,8 Prozent auf 30.642 Punkte bergab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel vor dem Wochenende um ein Prozent auf 6170 Punkte.

Nasdaq mit stärkstem Tagesverlust seit Corona

Die Euphorie nach den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten verpuffte an den Börsen schnell. In New York hatte der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 am Donnerstag den stärksten Tagesverlust seit dem Corona-Crash im März 2020 verzeichnet. Für den Halbleiterindex SOX ging es sogar um mehr als 12 Prozent abwärts. Auch für den marktbreiten S&P 500 und den US-Leitindex Dow Jones Industrial war es ein schwarzer Tag. Am Freitag hellte sich das Bild aber etwas auf: Der Dow bewegte sich zum europäischen Handelsschluss kaum, der Nasdaq 100 erholte sich um zwei Prozent.

Alle Indizes, Fonds und Aktien auf einen Blick:
Hier geht es zu unserer Börsenseite 

Daimler Truck nach Quartalszahlen unter Druck

In Deutschland gaben die Aktien von Daimler Truck nach Quartalszahlen nach. Die am Vortag starken Aktien des Lastwagenherstellers fielen um 3,4 Prozent. Der Auftragseingang im dritten Quartal sei wie erwartet schwach gewesen, hieß es von der Investmentbank Oddo BHF. Insgesamt sei das Quartal allerdings solide gelaufen. Die Analysten von JPMorgan lobten die Entwicklung in Nordamerika.

Die Aktien von Hochtief schnellten um 5,5 Prozent höher. Der spanische Baukonzern ACS erwägt eine Komplettübernahme seiner deutschen Tochter oder eine Fusion beider Unternehmen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg kurz vor Handelsschluss unter Berufung auf Kreise. ACS hält derzeit gut 75 Prozent der Hochtief-Aktien.

Munich Re und Hannover Rück verbuchten Kursverluste von 4,3 beziehungsweise 4,4 Prozent. JPMorgan-Analyst Kamran Hossain hatte die Aktien der beiden Rückversicherer abgestuft und bremste deren jüngste Rally damit aus. Er erwartet im kommenden Jahr weiteren Preisdruck.

Rüstungswerte gaben weiter nach. Für die Papiere von Rheinmetall hagelte es Kurszielsenkungen nach der jüngsten Gewinnwarnung. Die Aktie rutschte vorübergehend unter die 800-Euro-Marke und verlor letztlich 3,4 Prozent auf 812,7 Euro. Vor 13 Monaten hatten Rheinmetall-Aktien noch mehr als 2000 Euro gekostet.

Der Auto- und Industriezulieferer Stabilus wird wegen gesenkter Erwartungen an das Geschäft in China und Nordamerika vorsichtiger. Für die Aktien ging es im Kleinwerte-Index SDax um 12 Prozent bergab. Zuversichtlicher blickt dagegen der Nutzfahrzeug-Zulieferer Jost nach einem guten dritten Quartal auf das laufende Jahr. Die Titel gewannen 4,5 Prozent.

Für Freenet ging es um 0,4 Prozent nach oben. Der Mobilfunkanbieter lässt seine Aktionäre an dem durch den Verkauf von Ceconomy-Aktien ausgelösten Geldsegen teilhaben und kauft eigene Aktien für bis zu 75 Millionen Euro zurück. Die so erworbenen Papiere sollen eingezogen werden, was den Gewinn je Anteilschein rechnerisch erhöht.

Kospi und Nikkei brechen ein, Samsung und SK Hynix fallen weiter

In Asien lagen die Indizes klar im Minus. Der japanische Nikkei 225 sackte um mehr als 6 Prozent auf das Niveau von April ab. Papiere des Chipherstellers Rohm verloren mit 17 Prozent am deutlichsten.

Auch an der technologielastigen Börse in Südkorea ging es kräftig nach unten. So brach der Leitindex Kospi zeitweise um 9 Prozent ein und rutschte erstmals seit Februar unter die Marke von 5000 Punkten. Hier belasteten vor allem hohe Verluste der Chiphersteller Samsung und SK Hynix. Seit dem Rekordhoch von fast 9400 Punkten im Juni ging es für den Kospi in Südkorea um fast die Hälfte nach unten. Schwergewicht SK Hynix hat seit dem Rekordhoch mehr als 50 Prozent eingebüßt. Bei Samsung sieht die Entwicklung ähnlich aus.

US-Börsen erholen sich nach Tech-Ausverkauf

US-Technologieaktien haben sich zum Wochenschluss erholt. Die Aussicht auf eine strengere Regulierung von künstlicher Intelligenz nach ​dem Erfolg der Demokraten bei den Zwischenwahlen in den USA hatte die Anleger ‌verschreckt und weltweit Billionen Dollar an Börsenwert vernichtet. Am Freitag stieg der Index der Technologiebörse Nasdaq 100 um 1,7 Prozent auf 27.089 Punkte. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 0,2 Prozent auf 51.637 Punkte. Der breiter gefasste S&P ​500 notierte 0,8 Prozent höher bei 7412 Zählern.

Nvidia führt Erholungsversuch an

Die Aktien des Chipherstellers Nvidia stiegen um 3,7 ⁠Prozent. ⁠Zuvor hatte das Papier den schlechtesten Handelstag seit Januar 2025 erlebt. Auch andere Schwergewichte der Branche wie AMD, Intel und Micron Technology, legten zwischen 4,5 ‌und 10 Prozent zu.

Die Papiere von Tesla ​und SpaceX ‌erholten sich ebenfalls und stiegen um gut 5 beziehungsweise 6 Prozent. Analysten rieten dennoch zur Vorsicht. Sobald die Demokraten ab Januar im neuen Kongress die Mehrheiten in beiden Kammern übernehmen, steht nach ‌Angaben von Parlamentsmitarbeitern eine Flut von Gesetzentwürfen an, die KI-Systeme und den Ausbau von Rechenzentren ins Visier nehmen.

Auf Konjunkturseite blickten die ‌Anleger auf den Arbeitsmarkt. Die US-Beschäftigung ​hat im Oktober überraschend kräftig ‌zugelegt. Unter dem Strich entstanden 165.000 Arbeitsplätze außerhalb der ‌Landwirtschaft. ​Experten hatten nur mit 65.000 Stellen gerechnet. Händler verstärkten ihre Wetten darauf, dass die Fed die Zinsen ​bereits im nächsten Monat anheben ⁠dürfte.

Bitcoin verliert deutlich

Auch die Kryptowährung gab nach Verlusten am Donnerstag am Freitag erneut nach und fiel auf 68.000 US-Dollar. Die Branche hatte Millionen Dollar Wahlkampfspenden für Trump gesammelt, damit dieser die Deregulierung der Branche weiter fortsetzt. Dies dürfte nun schwierig werden.

Ölpreis legt wieder zu, Brent bei 100 Dollar

Die Ölpreise sind am Freitag wieder gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im Januar kostete 99,79 US-Dollar und damit 1,5 Prozent mehr als am Vortag. Nach einer kräftigen Erholung am Donnerstag setzte sich die Stabilisierung fort. Zuvor hatten die deutlichen Gewinne der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen einen massiven Preisrutsch ausgelöst. Trotz der jüngsten Erholung liegt Brent auf Wochensicht noch immer rund 15 Prozent im Minus.

US-Präsident Donald Trump (80) will über die Frage einer möglichen Wiederaufnahme des Krieges gegen Iran bald entscheiden. Erklärtes Ziel seines im Februar gemeinsam mit Israel begonnenen Krieges ist es, Iran am Bau einer Atombombe zu hindern.